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Künstlerfoto Künstlerportrait GETIER (c) Rebecca ter Braak

Bandfoto des Essener Elektropop-Trios GETIER und warum es so ist, wie es ist

Allgemein / No Comment / 20. April 2018

Ich bin großer Fan des Fotografen Ryan McGinley, der es schafft, mit seinen intimen, unverblümten und vor Lebendigkeit sprühenden Bildern über die Grenzen der allgemein akzeptierten Schönheit hinweg zu fotografieren. Als ich vor einigen Monaten dann mit GETIER über Möglichkeiten für ihr Bandfoto sinnierte, zeigte ich ihnen einige seiner Fotos, erklärte, was mich daran so faszinierte, und dass ich mir etwas Ähnliches für sie vorstellen könnte. Mehr als manch andere, stellt diese Band einen Körper für mich dar. Jeder hat seinen eindeutigen und dabei fundamentalen Part im Gefüge der Gruppe, sowohl im Musikalischen, als auch Zwischenmenschlichen. Ihr Sound ist durch die sehr intime und auf eine persönliche Art berührende Gesangstechnik und Stimme der Sängerin Maika weich, durch Misaghs Beats und Benedikts Synthis dabei dunkel, manchmal wild und gerade im richtigen Maße irritierend um mich zu packen und dabei zu halten. Das alles wollte ich irgendwie bildlich festhalten.

Es gehört schon Mut dazu, sich fast nackt vor der Kamera zu zeigen und da wir wussten, dass wir einen Plan B brauchten, falls sich jemand mit dem Ergebnis nicht wohl fühlen sollte, schossen wir erst alles mit langärmeligen, schwarzen Shirts. Das war schon ganz cool. Doch die Aussage stimmte nicht. Wir wollten den Eindruck von einem Wesen schaffen, friedlich schlummernd, unverhohlen in einer Intimität, die über Körperliches hinweg geht. Einer seelischen Einheit, wie man sie manchmal im gemeinsamen Musizieren findet. Da gibt man sich ganz rein, reagiert auf kleine musikalische Bewegungen des Gegenübers und versucht eben, Eins zu sein. Durch Kleidung war der Bezug zur Außenwelt zu deutlich, den Abgebildeten war zu offensichtlich bewusst, dass sie beobachtet wurden und wir wollten die Art der Intimität finden, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Der Betrachter sollte das Gefühl haben, leise sein zu müssen. Also mussten die Klamotten runter – und nach dem ersten Test war klar, das ist es! Genau das wollen wir! Und ganz ehrlich, es war uns piepe, wenn das jemand auf das sexuelle Nacktsein reduzieren wollte. Natürlich kann man diese Assoziation nicht wegrationalisieren, aber der Fokus ist ein anderer. Es ruft auch keiner „Gangbang“, wenn die Bigband zu einem gemeinsamen, musikalischen Höhepunkt kommt, oder?

Wir waren sogar so begeistert von diesem Konzept, dass wir auch das anstehende Musikvideo damit planten. Dazu schlossen wir uns mit Nico Kleemann zusammen (der auch für das wunderschöne Licht verantwortlich ist) und bei Eiseskälte wurde dann alles in dessen Studio gedreht und fotografiert. Doch dazu mehr, wenn wir das Video veröffentlichen… 🙂

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